Der Kampf gegen den drohenden Datenzerfall: Praxisregeln zum Bewahren digitaler Daten

Ganz verborgen im untersten Fach der Schublade liegt eine alte verstaubte CD und ein Stapel Disketten. Nun sind einige Jahre vergangen und die Daten von der 8-Zoll-Floppy-Disk und der CD lassen sich nicht mehr herauslesen. Im Folgenden finden Sie einige Tipps, damit Ihnen so etwas zukünftig nicht passiert!

1. Rechtzeitig eine Sicherheitskopie der Daten vornehmen.

Die Daten auf einer Diskette können bei guter Lagerung bis zu 30 Jahre lang gespeichert bleiben. Jedoch haben die modernen PCs kein eingebautes Diskettenlaufwerk mehr. Auf einer selbstgebrannten CD halten die Daten 5 bis 10 Jahre und bei Musik-CDs aus dem Laden sind es 80 Jahre. Allerdings fällt auf, dass immer mehr Laptops ohne CD-ROM-Laufwerk verkauft werden. Daher ist es sinnvoll, seine Daten lieber auf eine externe Festplatte zu übertragen oder auf ein USB-Stick. Eine weitere Möglichkeit wäre die Nutzung eines Cloud-Speichers, beispielsweise Owncloud.

2. Eine Kombination aus analoger und digitaler Speicherung wählen.

Man sollte wichtige Daten mehrmals auf verschiedene Datenträger kopieren, Texte gegebenenfalls auf säurefreiem Papier ausdrucken und sich Fotos im Laden entwickeln lassen. Ansonsten kann es passieren, dass die Dokumentation der ersten Lebensjahre des Enkels oder ein toller Urlaub verloren geht. Auch wenn die Daten auf einer Cloud gespeichert sind, bleibt ein Restrisiko erhalten: Blitzeinschläge, menschliche Fehler, Stromausfall usw. Daten auf Papier halten bei günstigen klimatischen Bedingungen mehrere Jahrhunderte.

3. Das Problem mit dem Dateiformat.

Dateiformate ändern sich ständig und man läuft Gefahr nicht mehr an seine Daten zu kommen. Auf den neuen Geräten können die alten Dateien plötzlich nicht wieder geöffnet und weiterverarbeitet werden. Den großen Playern ist es wurscht, ob Sie Ihre alten DOC-, MP3- oder GIF- nicht öffnen können! Es wird bewusst auf die Abwärtskompatibilität verzichtet, um Kaufanreize für neue Anwendungsversionen zu schaffen. Es bleibt als Lösung die Emulation, das Nachbilden eines Systems, d.h. mit einer speziellen Software wird einem neuen Computer vorgegaukelt er wäre ein altes Gerät aus den 90zigern. Allerdings ist dieses Prozedere aufwändig und zeitraubend, daher wandeln Sie doch einfach Ihre Dateien in ein gebräuchliches und aktuelles Format um. Dabei sollten die Grundbedingungen für Langzeitformate beachtet werden: Plattformunabhängig (läuft überall), non-proprietär (nicht herstellergebunden) und als (ISO-) Standard offengelegt. Sie sollten für Textdaten das Format PDF/A-1 und PDF/A-2, für Bilddaten TIFF und JPG2000, für Audiodaten Wave PCM und Datenbanken SQLX verwenden.

4. Gute Lagerbedingungen schaffen.

Noch vorhandene CDs, CD-ROMs, DVDs, Karten aus Digitalkameras und Handys sollten an einem Ort aufbewahrt werden, wo der Datenträger vor Schmutz, starker Lichteinwirkung, Feuchtigkeit (relative Luftfeuchtigkeit über 55 %) und anderen Umwelteinflüssen geschützt ist. Dasselbe gilt auch für Schriftstücke, Grafiken und Fotos. Zur Lagerung von analogen Datenträgern haben sich die Ummantelung mit säurefreiem Papier, Archivmappen und Kartons bewährt. Vor allem Wellpappe auf Cellulose-Basis kann schwankende Klimawerte zum Teil ausgleichen. Zudem können Sie die verpackten Einheiten beschriften und so besser finden.