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23.10.2017, Anna Neubauer

„Voice“ – warum denn noch tippen?

Foto: by Crosa on Flickr (CC BY 2.0)

Ich glaub’, es hackt!

Das ist ja einfach. Einfach sprechen. Oder wie es neudeutsch im Nerd-Sprech heißt: „Voice“. Doch ist Voice nur ein Trend oder wirklich der heilige Gral? Wird unsere technologische Umgebung in Zukunft nur noch auf Sprache reagieren oder ist das alles doch nur Marketing? Wird das nicht wahnsinnig toll, wenn man seiner Mixed-Reality-Brille bald nur noch Sprachbefehle zur direkten Befolgung aufzwingt? Ein Zukunftsausblick in die Gegenwart. 

„Alexa, wieviel ist 12 mal 12?“ – „144.“, antwortet eine freundliche Frauenstimme aus dem eingebauten Lautsprecher eines kleinen, flachen Zylinders, der mir mit einem pulsierenden, türkisfarbenen Ring am Rand des Geräts nicht nur die Richtung, aus der mein Sprachbefehl kommt, sondern auch die Antwortwilligkeit signalisiert. Beeindruckend! Naja. „Hey Siri: Was ist die Hauptstadt der Mongolei?“ Wieder antwortet eine andere, diesmal unnatürlich abgehackte Frauenstimme aus meinem iPhone: „Ulaanbaatar ist die Hauptstadt von Mongolei.“ Die fünf „A“ in ihrer Antwort fühlen sich wie 10 dieser Vokale an. Ich dachte immer, es hieße „Ulan Bator“? Zumindest auf Deutsch. Whatever! Und hieße es nicht „ ... der Mongolei“? Und warum frage ich diese Frage ein Gerät, obwohl ich meinem eigenen Hirn diese Frage des Allgemeinwissens doch geflissentlich zutrauen können sollte? Egal, ich bin echt fasziniert. Fast.

Seit Ende 2016 lässt sich ein Tech-Trend deutlich ausmachen: Er heißt „Voice“ und beschreibt die Eingabemöglichkeit von textuellen Inhalten per Stimme, statt eine Tastatur zu nutzen. Sollte man also die gute alte Tastatur abschaffen? Noch nicht.

Zuhören auf Befehl

„Echo“, das zylindrische Gerät von Amazon mit dem Aktivierungswort „Alexa“, Cortana von Microsoft und schon länger Siri von Apple hören zu, um mir zu helfen. So die Idee. Präziser, im Marketingduktus dieser Unternehmen, sollen sie meine persönlichen Assistenten, meine Concierges werden. Das ist im Prinzip eine tolle Idee und genau das, was sich außer meiner Person sicher viele wünschen. Doch von den alltagsorientierten Lösungen zur Aufgabenstellung „Hey Siri, buche mir jetzt die Displaykampagne für die Herbst/Winter-Kollektion meines Advertisers X ein“ oder „Hey Cortana, sag meinem Autohaus, dass ich die strittige Rechnung von letzter Woche so nicht bezahle“ sind wir noch ein wenig entfernt. Leider.

Hilf mir! Aber besser.

Das ist der Stand im Januar 2017.
Bequemlichkeit im Vordergrund, ein echter Concierge, also ein Butler, der mir das Leben erleichtern möchte, eher noch auf Azubi-Qualitätslevel. Mit mehr kontextuellem Bezug, dem konvergenten Datenzugriff über Geräte-, Plattform- und inhaltliche Angebotsgrenzen hinweg, und nicht zuletzt Dank der bereits versprochenen künstlichen Intelligenz („AI“) werden jedoch schon bald Systeme mit Mehrwert geschaffen. Endlich. Internetsuche mit meinen eigenen Worten und in ganzen Sätzen, nicht mit vorgegebenen Keywords.

Ich sehe was, was Du noch nicht siehst

Aktuell bekommt jeder, der Schneehöhen eines bestimmten Skigebiets abfragt, die gleiche Antwort. Das ist aktuell technisch am einfachsten abzubilden. Andererseits bekäme doch aber jeder gerne neben Schneehöhen auch persönliche Anfahrt-Tipps und Alternativvorschläge gemäß den eigenen Vorlieben, wenn z. B. im abgefragten Skigebiet der Stau zu lang, das Après-Ski zu kurz, die Passstrasse zu kurvig und die Pisten für die eigenen Fähigkeiten zu einfach sind. Und mögen trotzdem nicht manche sogar Passstrassen? Und woher soll so ein System so etwas wissen?

Personalisierung ist also die Wunderwaffe. Nicht ganz. „Predictive“ ist der Trend der Stunde. Wer also vorhersagen kann, was eine bestimmte Person an individuellen Informationen zu einem bestimmten Zeitpunkt erwartet, der führt das Rennen um zufriedene Kunden an. Voice ist so nur noch ein User-Interface (UI) wie auch die Tastatur. Der eigentliche Mehrwert kommt von vernetzten Datenbanken, intelligenten Algorithmen und der Bedarfserkennung durch Logik. Logik, die sich im besten Falle menschlich anfühlt. Dass das Gerät faktisch mit dem User kommuniziert, ist somit nur noch eine Randnotiz. 

Voice will be everywhere – wait a minute ...

Der Vorteil von Voice ist gleichzeitig auch sein Nachteil. Was so einfach per Befehl in ein eingebautes Mikrofon gesprochen ist, ist oft auch nervig für die Umwelt. Und aus Datenschutzgründen schon sowieso. Wer schon einmal einem kommunikativen Mitmenschen in unmittelbarer Nähe über die Freisprechfunktion beim Telefonieren beiwohnen durfte, weiß, wovon die Rede ist.

Will man tatsächlich die Anfrage zur besten Behandlungstherapie für seine Hämorrhoiden in geräuscharmer Umgebungskulisse in ein Mobiltelefon diktieren? Soll wirklich jeder Mitpendler morgens in der U-Bahn das Restaurant und die Uhrzeit des Tinder-Dates am Abend mitbekommen, nur weil man es ja auch dem Kalender diktieren kann? 

Es gibt Grenzen. Zwischenmenschliche und datenschützerische. In beiden Fällen gibt es noch viel zu lernen. Voice ist die Zukunft, zumindest was unsere Intention angeht, Computer-Input zu vereinfachen. Das steht fest. 

„Alexa, Fernsehen an, Kanal 6.“ Immerhin kann ich mir noch selbst merken, wo ich RTL2 gespeichert habe. Gut, dass die künstliche Intelligenz bei Voice-Anwendungen mir diesen Sender bald einschalten kann, noch bevor ich das selber möchte. „Ja, ich will, Alexa.“ Oh. Mein. Gott! 

Über den Autor: Christian Gleich

Christian Gleich

Geschäftsführer | Future Insight

Christian Gleich blickt auf eine mehrjährige Digitalerfahrung zurück. Egal ob Technologie, Kreation, Projektmanagement, Marketing oder digitale Innovationsthemen, der südlich von München stammende Autor ist ein digitales Multitalent.

Website: www.hyve.net

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