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18.05.2017, TH Nürnberg

Krieg, Hunger, Krankheit? Nicht in Julia's Welt – 200 Jahre in der Zukunft

Foto: Pixabay

Vor ungefähr 200 Jahren setzte sich die erste Dampflok in Bewegung und der erste vollmechanisierte Webstuhl, angetrieben durch eine Dampfmaschine, ging in Betrieb. Was in der damaligen Zeit Hightech war, wirkt heute antiquiert und einfach. Damals war eine vollautomatisierte Fabrikhalle mit Robotern, die ohne menschliches Eingreifen komplett selbstständig arbeiten, völlig unvorstellbar. Im Workshop „Science Fiction Prototyping“ auf der Arbeitskonferenz 4.0 befinden wir uns in der selben Situation. In kleinen Arbeitsgruppen wird versucht, sich die Welt in ferner Zukunft vorzustellen. In einem dort entwickelten Szenario lebt Julia, kommen Sie mit auf eine spannende Zeitreise:

Wir schreiben das Jahr 2217. Mein Name ist Julia und mit Mitte 20 gehöre ich zur jüngsten Bevölkerungsschicht in unserer Gesellschaft. Die Ältesten unter uns leben schon seit 150 Jahren auf dieser Welt. Theoretisch könnten wir noch viel älter werden, allerdings ist es strikt von der Regierung untersagt, da sonst die Erde aus allen Nähten platzen würde. Auch die Mond- und Marskolonien sind schon überfüllt. Nur wohlhabende Menschen können sich den Luxus leisten, zusätzliche Lebensjahre zu kaufen. Für uns normale Bürger ist das leider unbezahlbar. Aber ich möchte mich nicht beschweren, wir haben ein angenehmes Leben, wenn man es mit dem Chaos vor 200 Jahren vergleicht. Hunger, Angst vor Terror, Krieg und Krankheiten wie Krebs kann ich mir kaum vorstellen. Gäbe es nicht noch ein paar Menschen, die das alles selbst erlebt haben, würde ich die Geschichtsbücher für Fiktion halten. Krank wird schon seit über hundert Jahren kein Mensch mehr. Der Durchbruch in der Nanotechnologie hat lange auf sich warten lassen, letztendlich hat er aber dazu beigetragen, dass jeder von uns gesund und fit bis zum weltweit einheitlich festgelegten Maximalalter leben kann. Ein anderer Aspekt, der dazu beiträgt, ist ein von Geburt an implantierter Chip, welcher ständig unsere Vitalfunktionen und Biochemie prüft. Ein persönlicher Assistent weist dann auf eventuelle Mangelerscheinungen und Fehlfunktionen der Organe hin. Ist mit einer Behandlung nichts zu retten, wird das neue „Ersatzteil“ einfach im 3D-Drucker ausgedruckt.

Auch schwere Arbeit ist längst nicht mehr nötig. Roboter nehmen uns alle unangenehmen Tätigkeiten ab. Um unser Grundeinkommen zu erhalten, müssen wir lediglich zwei mal pro Woche für fünf Stunden Dienste an der Allgemeinheit verrichten. Ich helfe, alten Menschen neue Technologien näher zu bringen und verteile zusätzlich, damit ich mir etwas mehr Luxus leisten kann, Nährstoffwürfel an Bedürftige. Generell ist Essen eher zum Statussymbol geworden. Die Produktion von herkömmlichen Lebensmitteln ist im Vergleich zu im Labor zusammengestellten Pillen, die jeder Bürger umsonst gestellt bekommt, aufwändig und teuer. Diese Pillen versorgen den Körper mit allem, was er benötigt und schaltet das Hungergefühl für 24 Stunden komplett ab. Ohne dieses Wundermittel wäre es schlicht nicht möglich, alle 20 Milliarden Menschen zu ernähren. Ackerflächen sind ohnehin rar geworden, da hier in Zentraleuropa die meisten Flächen bebaut sind.

In meiner Freizeit besuche ich wie die meisten Menschen verschiedene Bildungsangebote wie Workshops oder Holodecksimulationen geschichtlicher Ereignisse. Besonders spannend finde ich es in die Welt der Dinosaurier einzutauchen. Dafür muss ich nur meine neuronale Schnittstelle an den Simulator im Wohnzimmer anschließen. Die Gefahr, nicht zurückzukommen, besteht nicht, da der tägliche Gebrauch auf vier Stunden begrenzt ist. Es gab in der Anfangsphase einfach zu viele Menschen, die den Kontakt zur Realität verloren haben. Das ist zwar Schade, aber das Leben im Jahr 2217 zu schön, um es zu verpassen!

Julia ist nur eine von vielen fiktiven Personen, die im Workshop „Science-Fiction Prototyping“ auf der Arbeitskonferenz 4.0 im Design Office entstanden ist. Bei der von Dr. Jessica Di Bella entwickelten Methode erarbeiten kleine Gruppen aus möglichst unterschiedlichen Menschen Szenarien, wie die Welt in 200 Jahren aussehen könnte. Nachdem sich die Teilnehmer Gedanken über die gesellschaftlichen Strukturen gemacht haben, wird eine konkrete Person in dieser Science-Fiction-Welt skizziert. Wie lebt sie? Was macht sie den ganzen Tag? Muss sie überhaupt noch arbeiten? Welche Bedürfnisse könnte sie haben? Es erfordert ein hohes Maß an Kreativität um diese Fragen zu beantworten. Doch genau darauf zielt Di Bellas Methode ab. Sie soll Führungspersonen und Start-up-Unternehmern helfen, neue Ideen zu entwickeln und sich besser in die Bedürfnisse ihrer potenziellen Kunden versetzten zu können. Außerdem sollen sich die Teilnehmer überlegen, was sie aus ihrem konkreten Szenario heute schon umsetzten können. Wir dürfen also gespannt sein, ob Julias Welt nicht bald schon zu unserer Welt wird.

Über den Autor: Tobias Rühl

Tobias Rühl

Tobias Rühl | Journalismus-Student TH Nürnberg

Ich interessiere mich vor allem für Fotos und Bewegtbild, daher möchte ich gerne Videojournalist werden. Mit einem Kommilitonen betreibe ich einen Blog über das Nürnberger Nachtleben.

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