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Nürnberg Web Week
c/o User Centered Strategy
Hessestraße 5
90443 Nürnberg

06.11.2017, Anthea Anastassatos

Interview mit Local Expert Stefan Peter Roos

Photo by Natalie

Er ist Geschäftsführer der Proud Sourcing GmbH, der Proud Music Library Publishing UG und proudmusiclibrary.com, Gründer von canvanizer.com und nebenbei noch Macher des Webmontags. Das ist doch mal eine Ansage. Der Web Week stand Stefan Peter Roos Rede und Antwort.

Was sind deine drei Hashtags?

#canvases #growthhacking #workculture

Wie bist du dazu gekommen? Wie war dein Weg?

Bereits als Teenager habe ich viel Musik für Theaterstücke komponiert, war lange Keyboarder in einer Band und habe Software entwickelt. Bei meinen Nebenjobs habe ich immer mit IT zu tun gehabt, dann aber Volkswirtschaft studiert. Proud Music ist ein Marktplatz für Musikrechte, d.h. die erste Gründung mit meinem Geschäftspartner Alexander Talmon verbindet Kreation, IT und mein Studium. Proud Sourcing war der logische nächste Schritt nach einigen Jahren, um unsere Erfahrungen im eCommerce mit Beratung und Entwicklungsabteilung auszugründen.

Zum dritten Startup: Canvases faszinieren mich als Kommunikationsmedium seit wir die Methodik bei den Startup Weekends bei denen ich ab 2009 mitorganisiert habe, eingesetzt haben;  nur die passende kollaborative Software dazu fehlte. Da ich in meinen Beratungsprojekten viel auf Canvases setze, haben wir uns die Software dazu kurzerhand bereits am Startup Weekend 2011 prototypisch selbst gebaut und ab 2012 Canvanizer 1.0 zur freien Verfügung gestellt. Mittlerweile gibt es eine Premium-Version und unsere Nutzer haben weltweit weit über 700.000 Canvases im Canvanizer erstellt.

Ich komme ursprünglich aus Ingelheim, habe aber auch familiäre Bindung zu Nürnberg. Daher hat es mich in meiner Jugend regelmäßig nach Nürnberg getrieben. Im Anschluß an mein Studium habe ich ursprünglich nur temporär hier in Klausur an meinen Online-Projekten arbeiten wollen, bin aber schnell Mitorganisator verschiedener Events in der Szene geworden.

So haben wir mit unterschiedlichen Teams das Startup Weekend und das Barcamp nach Nürnberg geholt und Markus Teschner und ich organisieren den Webmontag hier seit einigen Jahren gemeinsam. Der Webmontag wurde übrigens von Web Week Initiator Florian Bailey ursprünglich gestartet.

Welche Themen / Projekte würden dich noch reizen?

Ich bin aktuell viel im Bereich Teamkultur unterwegs. Wie Menschen miteinander arbeiten, vor Ort und Remote. Was kollaborative Software hier ermöglicht und was nach wie vor nicht geht. Wie sich eine Unternehmenskultur herauskristallisiert, z.B.. Da scheint sich gerade die 4. Säule meiner Tätigkeiten in den letzten 20 Jahren zu entwickeln, nach (Einzel-Kreation), IT und (Volks-)Wirtschaft kommt jetzt die Team-Kreation dazu. Hier strukturiere ich gerade meine Erfahrungen, ergänze Methodik und lerne viel in den Projekten. Challenge accepted :)

Wie wirkt sich Digitalisierung und Social Media auf deine Arbeit aus?

Proud Music hätte es ohne die Erfindung des mp3-Formats von Karlheinz Brandenburg aus Erlangen nicht gegeben. Es gab früher mal ein T-Shirt: „Thank God, the Internet ruined my business“ von Leuten aus der Musikindustrie mit Blick nach vorne. Mit Blick als Volkswirtschaftler hat das Internet die Transaktionskosten im Markt einfach so weit gesenkt, dass durch Reduktion auf Grenzkosten Null bei digitalen Gütern nicht nur quantitative sondern überwiegend qualitative Effekte entstehen. Ich glaube, dass langfristig sicher die positiven Effekte überwiegen. Nur haben wir „kurzfristig“ in den nächsten Jahren Netzwerkeffekte wie Filterblasen & Shitstorms, Industrie-Disruptionen bis hin zu Arbeitslosigkeit auch gerade bei hochqualifizierter Arbeit durch machine learning – und leider findet die Begleitung durch „Laßt uns drüber reden, was wir als Gesellschaft eigentlich wollen, wie wir die Transformation aktiv gestalten“ viel zu wenig statt. Das ist ein wenig wie mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg (übrigens der Namensgeber meiner Alma Mater). Es kam durch die massenhafte Verbreitung von Schriften zu massiven kulturellen Änderungen in der Gesellschaft. Die Bibel gab es bald in Deutsch, da Luther sie übersetzte. Man brauchte kein Latein mehr zu können, um sie zu lesen. Es gab plötzlich Zeitungen, Schriften, Literatur. Das regte seinerzeit zum kritischen Denken an. Dann, 200 Jahre später, hatten wir endlich die Aufklärung. Ich hoffe, dass wir die aktuelle Übergangsphase durch Digitalisierung schneller als damals durchleben ;)

Wo holst du dir neue Impulse? Wie hältst du dich selbst auf dem Laufenden?

Ich persönlich wechsele zwischen Input-Diät-Perioden mit Fokus auf Output und aktiven Phasen, in denen ich so viele neue Impulse wie möglich sammele. Auf Events gehe ich meist in Sessions zu Themen, wo ich in der Rolle des Lernenden bin, d.h. mich wenig bis gar nicht auskenne. So kann ich am meisten lernen. Ergänzt wird das durch soviel „Kaffeepause“ wie möglich, d.h. etliche Slots eines Konferenzprogramms überspringen und dafür den Austausch zu suchen.

Was bedeutet die Community für dich? Tauschst du dich beispielsweise oft mit themenfremden Personen aus?

Was Themen angeht, denke ich in Assoziationsräumen. Man kann überall Muster erkennen. Die können dann grundlegend mit Anpassungen auf andere Bereiche übertragen werden. Alle Dinge hängen miteinander zusammen. Muster betreffen z.B. Systeme, Informationen die ausgetauscht werden, um menschliche und technische Schnittstellen, Knoten mit verstärkenden oder abschwächenden Effekten. Themenfremder Input hilft da auch, die eigenen Bereiche besser zu verstehen.

Zu jedem Thema gehört aber auch ein spannender Mensch mit leuchtenden Augen, der für sein Gebiet brennt, tief drin ist und etwas treibt. Das ist viel spannender für mich, als nur mit dem Mindset „Kunde“ oder „Auftraggeber“ auf Events zu gehen. Ich treffe Leute, die ich mag, die mich neuen Leuten vorstellen und dann gibt‘s Austausch. Ob man einen gemeinsamen Bereich hat, ist hier erstmal nebensächlich. Aber aus wiederholten Treffen in Verbindung mit Sympathie und Kompetenz sind schon oft im Rahmen der Community-Veranstaltungen hier in Nürnberg Teams und Projekte entstanden. Die von mir wahrgenommene „Bodenständigkeit“ der modernen fränkischen Mentalität empfinde ich durchaus als Standort-Vorteil. Mir gefällt‘s, ich bin gerne hier.

Mit dem Webmontag haben wir immer unterschiedliche Unternehmen als Gastgeber und somit eine gute Mischung aus bekannten und neuen Community-Mitgliedern, die sich austauschen können. Diese Vielfalt macht die Community in der Metropolregion für mich sehr spannend.

Auf welchen Veranstaltungen traf man dich bei der Web Week 2017?

Wir veranstalteten direkt vor dem Web Week Auftakt zum 7. Mal das Devops Camp, zum ersten Mal im Rahmen der Web Week. Dann natürlich beim Webmontag bzw. der Opening Night, bei der eCommerce Night, der Konferenz „Arbeiten 4.0“ und beim Hackathon vom Zollhof.  Ein weiterer Vorteil von Nürnberg: die kurzen Wege sowohl räumlich als auch in der Community, man kann spontan vorbeischauen.

Was bedeutet die Web Week für dich?

Als spontane Analogie: Die Web Week ist für mich ein Korallenriff im Entstehen: aus der Region könnte ein fein austariertes Ökosystem entstehen mit Nährboden für kleine und große Lebewesen, aber auch dem Risiko, dass es wieder abstirbt, wenn wir nicht aufpassen. Wenn wir mit Neugier und Respekt den anderen Teilnehmern begegnen, kann aus der Metropolregion aber was sehr buntes werden. Nürnberg hat ja schon Erfahrung mit großen Unternehmen, die Lücken hinterlassen, die sollten wir innovativ füllen und auf der Chance für Neues aufbauen. „Macht‘s gemeinsam“ über die 90min auf dem Spielfeld hinaus, um die Max Morlock Stadion-Kampagne zu zitieren.

Über den Interviewten: Stefan Peter Roos

Stefan Peter Roos

Geschäftsführer | Proud Sourcing GmbH

Online Business Erfahrung seit vierzehn Jahren in den Rollen Entrepreneur, Managing Director, Consultant, Web Strategist, Speaker.

Website: canvanizer.com

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Das Interview wurde geführt und vorbereitet von Alexandra Brückner.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Weitere Interviews mit unseren Local Experts gibt es hier: 

Joschi Kuphal - Pari Mahroum - Tina Langheinrich - Markus Teschner - Hannah Rabenstein - Stefan Wendhausen - Susanne Spitz - Stefan Peter Roos

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