#NUEWW

Unser Social Media Hashtag

KONTAKT

Nürnberg Web Week
c/o User Centered Strategy
Hessestraße 5
90443 Nürnberg

14.07.2017, Nadine Karrasch

Digitaler Nachlass – die Digitalisierung der letzten Dinge

Eigentlich wissen wir es schon lange, und doch überrascht es uns manchmal: Die Digitalisierung macht vor keinem Thema halt. Auch nicht vor dem Tod und unserer Trauerkultur. Das klingt erst einmal komisch, aber ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich.

Der digitale Nachlass – was ist das eigentlich?

Jeder, der online aktiv ist oder digitale Speichermedien benutzt, hat einen digitalen Nachlass. Konkret sind das z. B. Bild-, Text-, Audio- und Videodateien, die auf der eigenen Hardware oder in der Cloud gespeichert sind, E-Mail-Accounts, Social-Media-Profile, Websites, Blogs, Kundenkonten, Online-Abonnements, Paypal-Guthaben oder Digitalwährungen wie Bitcoin. Und das sind auch die Beziehungsgeflechte und Gespräche, die Menschen in sozialen Netzwerken und Communities hinterlassen. Stirbt ein Mensch, bleiben diese Spuren zurück und gehen als digitales Erbe an die Hinterbliebenen über. An ihm hängen Werte, manchmal viel Geld, in jedem Fall wichtige Erinnerungen und Andenken. Nur leider wissen die wenigsten davon.

Ein Phänomen mit vielen offenen Fragen

Über die Berichterstattung in den Medien kommt der Themenkomplex zwar langsam in der öffentlichen Wahrnehmung an, aber viele Fragen sind noch offen, z. B. in juristischer Hinsicht: Wendet man auf den digitalen Nachlass eins zu eins das Erbrecht an? Und das Erbrecht welchen Staates gilt, wenn die Server in den USA stehen, der Dienstleister in Irland sitzt und der Nutzer in Deutschland? Wie steht es um die (Datenschutz-)Rechte Dritter, wenn es darum geht, ob die Mails oder Chatprotokolle des Verstorbenen gelesen werden dürfen?

Und: Wenn das Thema uns alle betrifft, wer ist dann dafür zuständig? Der Staat? Die Online-Unternehmen, bei denen wir Accounts haben? Oder doch wir als Verbraucher selbst?

Google und Facebook – die Vorreiter

In Zukunft werden also die verschiedensten Berufsgruppen vor der Frage stehen, ob sie sich mit dem Thema intensiver beschäftigen; z. B. Testamentsvollstrecker, die neben Häusern und Autos auch Laptops und Smartphones an die Erben verteilen, Bestatter, die neben analogen auch digitale Mitgliedschaften beenden, oder Generationenberater, die ihre Kunden auch zur Vorsorge für digitale Werte beraten. Und vor allem auch Online-Unternehmen werden früher oder später entscheiden müssen, wie sie mit der Sterblichkeit ihrer User umgehen wollen. Lösungsansätze haben bisher Facebook und Google. Sie bieten Funktionen wie Gedenkprofile, Nachlasskontakte und Inaktivitätsmanager an.

Die Startup-Szene um die letzten Dinge

Bereits seit 2009 machen sich Gründer Gedanken, wie man den Internetnutzer*innen die Verwaltung des digitalen Nachlasses erleichtern kann. Im Grunde gibt es die beiden Möglichkeiten Vorsorge und Nachlassverwaltung. So haben sich z. B. einige Unternehmen auf die Abwicklung des digitalen Nachlasses spezialisiert, während andere auf die Vorsorge abzielen. Sie bieten Plattformen oder Datensafes, in denen man Digitales sammelt und hinterlegt, um es für später in den richtigen Händen zu wissen.

Vom digitalen Nachlass zur Datensouveränität

Das Interessante bei den Startup-Lösungen: Es geht viel um eigenverantwortlichen Umgang mit den Spuren, die man im Netz hinterlässt. Sich mit digitalem Nachlass zu beschäftigen ist also auch eine konsequente Weiterführung der Diskussion um Datenschutz und Datensouveränität.

Zeit für einen breit geführten Diskurs

Da das Thema digitaler Nachlass sehr viele Interessen, Geschäftsmodelle, Normen, aber auch kulturelle Praktiken und Traditionen betrifft, ist der Diskurs rund um die Digitalisierung von Tod und Trauer wichtig – und wir müssen anfangen, ihn zu führen. 

Über die Autorin: Sabine Landes

Christian Wolff

Einzelunternehmerin | Sabine Landes – digital.danach

Expertin für digitalen Nachlass und Online-Trauerkultur (Beratung, Workshops, Vorträge), Mitgründerin des unabhängigen Infoportals digital-danach.de und Veranstalterin der Konferenz zum digitalen Nachlass, der digina 2017

Website: digital-danach.de

F T X X

Dieser Artikel ist Teil der Serie zum Thema "Digitale Transformation". Weitere Artikel der Serie gibt es hier:  

"Lasst uns digitalen Unternehmergeist vermitteln!"
Bitcoin - keine Banken, wenig Gebühren, gekommen um zu bleiben
Trainieren, tracken, teilen
Digitaler Nachlass - die Digitalisierung der letzten Dinge
Digitale Geographien
Journalisten sind gelernte Faktenchecker
Print versus Online
Let's talk about ... Open Innovation
Mobilität der Zukunft
Digitale Transformation - Made in Nordbayern 
Die Digitalisierung deines Rechnungswesens
Die Digitalisierung der Eltern
Wake-Up Call: New Learning & New Work 
Digitalisierer und Digitalisierte 
"Voice" - Warum denn noch tippen? 
Legal Platforms - die "Amazon"-isierung der Rechtsbranche 
Erkenntnisse aus der Filterblase 

Du willst auf dem Laufenden gehalten werden? Dann melde dich zu unserem Newsletter an oder folge uns auf Facebook und Twitter!

Eure Ansprechpartner

Noch Fragen?

Wir beantworten sie gerne! Nehmt einfach mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns auf alle eure Anfragen.

Ingo Di Bella
F T X X
Ingo Di Bella
Organisation & Sponsoren
Franka Ellen Wittek
F T X X
Franka Ellen Wittek
Online & Social Media
Philipp Nieberle
X X
Philipp Nieberle
Public Relations

Sponsoren und Partner

HauptsponsorenHauptsponsor werden?

GoldsponsorenGoldsponsor werden?

SilbersponsorenSilbersponsor werden?

Kooperationspartner

Initiatoren

Medienpartner