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17.07.2017, Anthea Anastassatos

Digitale Geographien

Mit dem Geoweb wurde die räumliche Organisation von Informationen zu einem wichtigen Teil des Internets. Gleichzeitig verfügt ein großer Teil von big data über geographische Referenzen. Forschungen einer „Digitalen Geographie“ untersuchen, wie die damit einhergehenden sozio-technischen Transformationen beeinflussen, welche Weltbilder produziert werden und wie wir in der Welt leben.

Wer und was beeinflusst, welche Verkehrsmittel, welche Wege, welches Restaurant mir mein Navigationsgerät oder Smartphone vorschlägt? Warum präsentiert Google Maps die Halbinsel Krim fallweise als Teil der Ukraine oder als Teil Russlands? Die Digitale Geographie untersucht die sozio-technischen Prozesse, in denen geographische Informationen im digitalen Zeitalter hergestellt und genutzt werden. Dabei erforscht die Erlanger Kulturgeographie insbesondere zwei Spannungsfelder.

Öffnung versus Exklusionen

Offene, freiwillige und nicht-kommerzielle Geoweb-Projekte wie OpenStreetMap sind als „Öffnung“ beziehungsweise „Demokratisierung“ von Geoinformation begrüßt worden: Im Zuge einer volunteered geographic information (VGI) eröffneten sich Chancen, bislang marginalisierte Informationen zu vermitteln – und gleichzeitig bekomme jeder Zugang zu Geoinformationen. Inzwischen konnten jedoch mehrere Studien belegen, dass sich auch in den VGI-Projekten Fragen von Zugang und Exklusion stellen. Vielfach werden diese Projekte von soziodemografisch sehr homogenen Gruppen geprägt: Die Beitragenden sind überwiegend männlich, technik-affin, jung, westlich und weiß. Diese Ungleichheit prägt, welche Daten und wo Daten erhoben werden sowie die Art und Weise, wie diese Daten verarbeitet und präsentiert werden. Gleichzeitig wächst mit dem Geoweb die Bedeutung von Code und Software für die Organisation und Vermittlung von Geoinformation und damit ein Bereich, dessen Funktionsweise für die allermeisten Nutzer kaum einsichtig ist.

Universalisierung versus Personalisierung

Mit der wachsenden Verfügbarkeit von Satellitenbilddaten, dem Erfolg kommerzieller Akteure im Geoweb (wie Google oder Here) sowie den offenen VGI-Initiativen scheinen Geoinformationen heute immer weniger durch Nationalstaaten kontrolliert werden zu können. Neue Akteure versprechen universell-globale Geoinformationen. Allerdings zeigen sich auch Gegentendenzen. So gab Google 2013 die Idee einer universellen Weltkarte auf: Je nach Suchanfrage, den besuchten Orten, den bisherigen Suchanfragen und besuchten Orten, den Spracheinstellungen und der Lokalisierung des abrufenden Computers personalisieren die Algorithmen von Google die Inhalte der Karte. Der Grund liegt im Geschäftsmodell: gezielte, also möglichst personalisierte Werbung. Dabei werden auch nationalstaatliche Fragmentierungen reproduziert: So unterscheidet Google seit 2014 beispielsweise drei kartographische Präsentationen der Halbinsel Krim. Für Computer mit IP-Adressen aus der Ukraine wird die Krim als Teil der Ukraine dargestellt, für IP-Adressen aus Russland ist die Ukraine durch eine nationale Grenze von der Ukraine abgetrennt und Teil Russlands, für alle anderen Internetnutzer zeigt Google eine gestrichelte Linie.

Ausblick: digitale Geographien studieren und erforschen

Digitale Geoinformationen prägen, welche Bilder der Welt wir vermittelt bekommen und beeinflussen damit, wie wir in der Welt agieren. Forschungen einer „Digitalen Geographie“ arbeiten die sozio-technischen Strukturen und Prozesse heraus, die dazu führen, dass bestimmte geographische Informationen produziert, verarbeitet und vermittelt werden – und andere nicht.

Die Studiengänge der Erlanger Kulturgeographie bieten konzeptionelle und methodische Grundlagen einer Digitalen Geographie. Bundesweit einmalig ist die BA-Kombination von Kulturgeographie mit dem Zweitfach „Digitale Geistes- und Sozialwissenschaften“, welches ein solides Fundament an informatorischen Kompetenzen vermittelt.

Text: Prof. Dr. Georg Glasze & Finn Damman

#DigitaleTransformation

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