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11.05.2018, Anna Neubauer

Da ist jemand gedanklich in 2040

Quelle: daistjemandmuede

Gedanken, die man sich zur Bildung und Zukunft seiner Söhne macht, während man auf dem Kinderzimmerboden sitzt und versucht zwei zusammensteckende Bauplatten trotz kurzer Fingernägel voneinander zu trennen.

Eins gleich vorweg: Ich bin kein digitaler Vordenker. Ich bin keiner, der sich seit Jahren tiefgründige Gedanken zur digitalen Transformation macht. Und wenn es darum geht, ein klares Bild von der Zukunft zu zeichnen, dann muss ich an dieser Stelle folgendes anmerken: Seit sieben Jahren habe ich eine hochdotierte Zukunfts-Wette am Laufen. Eine Wette darauf, dass der FC Bayern bis zum Jahr 2040 mindestens einmal absteigt. Meine Zukunftsprognosen sind also - sagen wir mal so - mit Vorsicht zu genießen. Sagen zumindest Fußball-Realisten. 

Nachdem ich jetzt gesagt habe, was ich nicht bin, möchte ich nun gerne einwerfen, was ich bin: Ich bin Vater von zwei Kindern. Unser ältester, Anton, ist 6 und kommt dieses Jahr in die Schule. Sein Bruder Xaver ist 3 und kommt jede Nacht zu uns ins Bett. Wesentlicher Teil meiner Job-Description als Papa ist, meine Kinder bestens auf die Zukunft vorzubereiten. Weitere Anforderungen sind - unter anderem - dafür zu sorgen, dass sie im Schwimmbad nicht untergehen oder ihnen immer wieder zu erklären, dass Dinge, die mit Lego gebaut wurden und die auseinandergefallen sind, erstmal nicht “kaputt” sind. 

Doch was bedeutet denn eigentlich in der jetzigen Zeit des digitalen Wandels - während wir alle im Schnellzug Richtung “digitale Zukunft” sitzen - bestens auf die Zukunft vorbereitet zu sein? Was müssen Anton und Xaver können, wissen und in der Schule an Bildung vermittelt bekommen, damit sie im Jahre 2040 zuversichtlich nach vorne schauen und für sich genug Chancen und Perspektiven im (Berufs-)Leben sehen? Ich habe keine Antwort auf diese Frage. Aber ich habe mir so meine Gedanken gemacht, während ich auf dem Boden saß und Lego-Raumschiffe zusammenbaute. 

Drei Gedanken möchte ich hier festhalten. Sie handeln vom Ende von “Verhandlungssicheres Englisch gewünscht”, vom Trugschluss, dass alle Coden sollen und von der naheliegenden Idee, dass wir einfach all das fördern sollten, was Maschinen nicht können.

Fremdsprachen sind so 90er

Anton schaut momentan sehr gerne “Poppensdrawl”. Damit meint er die Zeichentrickserie “Paw Patrol.” Am Anfang hat Anton auch gefragt, was “Paw” und “Patrol” heißen. Da ich schon lange nicht mehr übersetzen musste, denke ich, er hat sich das gemerkt. Es wäre eine kleiner, feiner Fremdsprachen-Erfolg. Nach “Thank you”, “Yes” und … poppensdrawl. 

Aber mal ehrlich, braucht man gute Fremdsprachenkenntnisse in 2040? Ich sag mal: Nö. Entwickelt sich die Echtzeit-Übersetzung so weiter, dann bin ich mir sicher, dass man mit Google Pixel Bud & Co wunderbar die Sprachbarrieren im Alltag überwinden kann. Eigene Sprachkenntnisse müssen da nicht mehr unbedingt sein. 

Wenn ich einen Tipp geben soll, dann würde ich jetzt nicht mehr in eine englische oder gar chinesische Nanny investieren, damit meine Kinder fremdsprachlich frühgefördert werden. Denn sollte es in 2040 noch Lebensläufe geben, dann kennen diese sicherlich den Abschnitt Sprachkenntnisse nicht mehr. Aber eins ist auch klar: Wenn man Bock hat, Französisch zu lernen, dann soll man das auch weiterhin machen. Das ist dann wie Stricken oder Yoga. 

Und alle so: Coden! 

Eins wird immer genannt, wenn es um zukünftige Top-Fähigkeiten geht: Unsere Kindern müssen Coden lernen! Und es steht außer Frage, dass in einer Welt, die von Software gefressen wird, ein Verständnis ebensolcher Software sinnvoll ist. Aber eins wird mir irgendwie immer vergessen: Wir werden nicht aus jedem Kind, einen Technologie- und Code-begeisterten Menschen machen können. Auch dann nicht, wenn vieles um uns herum bestimmt wird von Code. Es wird in 2040 immer noch viele Menschen geben, die mit Technologie nichts am Hut haben. Wir wachsen ja derzeit auch alle mit Elektrizität auf, dennoch traue ich den wenigsten zu, mir einen Stromkreis zu erklären. Isso. Und was sollen dann nochmal all die anderen können? 

Ach und noch was: Viele Berufe fallen in den nächste Jahrzehnten wohl weg oder ändern sich stark, weil Maschinen den Job besser machen. Und wenn ein Job prädestiniert dafür ist, teilweise ersetzt zu werden, dann ist dies doch der Job des Webentwicklers, Programmierers oder “Code Ninjas”. Mir fällt nämlich gerade kein Argument ein, warum Menschen besser und schneller programmieren können als Maschinen. Aber ich kenn mich auch nicht aus.

Sport und Kunst! In your face, Maschine! 

Auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsgipfel in Davos hat der Chef des chinesischen Online-Riesen Alibaba eine Pressekonferenz gehalten, in der er einige interessante Sätze über Bildung gesagt hat. Seine These: “Wir können unseren Kindern nicht beibringen, mit Maschinen zu konkurrieren.” Deswegen empfahl er: “Wir sollten unseren Kindern lehren: Sport, Musik, Malerei, Kunst … So stellen wir sicher, dass Menschen anders sind. Alles, was wir lehren, muss sich von Maschinen unterscheiden. Wenn Maschinen es besser können, müssen wir nochmal darüber nachdenken.“

Das finde ich einen sehr interessanten Ansatz. Denn hier geht es nicht darum, die Technik zu beherrschen und zu verstehen, sondern darum, sich von den Maschinen und der Technik zu differenzieren. Ein sehr menschelnder Ansatz. Mit dieser Idee bin ich dann auch gleich mal zu meinem Sohn. “Anton, magst du ein Instrument lernen? - “Nö”. - “Welchen Sport magst du machen?“ “Weiß nicht”. - “Anton, was hältst du von Basteln?“ “Ich hasse Basteln.” - “Ok, was möchtest du dann machen?“ “Ich will was im Fernsehen anschauen.”

Und mit dieser Wahl liegt Anton dann auch irgendwie richtig. Denn Maschinen werden nie besser Fernsehen können als Menschen. Das wäre dann immerhin schon mal eine zukunftssichere Beschäftigung, wenn auch nicht so ganz lukrativ. 

Ich komm zum Schluss

 Die Frage “Was Schüler können müssen, um in Zukunft Perspektive zu haben?” habe ich auch bei gutefrage.net gestellt. Ist ja schließlich auch eine gute Frage. Eine Antwort war: “Logisches , selbständiges Denken. Als Basiswissen über natürliche Zusammenhänge: was mache ich wenn es 17 Tage keinen Strom gibt?”

Ich würde bei der Fragestellung sogar noch ein Stück weiter gehen: 
“Was mache ich, wenn es 17 Tage keinen Strom gibt und dann auch noch der FC Bayern absteigt?” 

Meine Kinder haben noch einiges vor sich, damit sie eine passende Antwort darauf haben. Ich schau mal wie ich helfen kann.

Über den Autor: Michael Krist

Michael Krist

Blogger | daistjemandmuede

Michael lebt in Nürnberg. Er schreibt seinen Blog, weil er damit reich werden möchte. Ganz arg reich. Wenn schon müde, dann bitte reich.

Website: daistjemandmuede.de

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