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07.04.2017, Anthea Anastassatos

Bitcoin – keine Banken, wenig Gebühren, gekommen um zu bleiben

Foto: Dirk Murschall

Bitcoin ist die Bezeichnung für digitales Geld. Und auch wenn es schon viel früher die Idee und Konzepte gab, um rein digital zu bezahlen, so hat erst Bitcoin im Jahr 2009 diese Vision Wirklichkeit werden lassen. Bitcoin ist eine Währung und ein Vertrauenssystem gleichermaßen. Es basiert auf einem dezentralen Netzwerk, in dem alle auftretenden Eigentumsverhältnisse und Transaktionen mit der sogenannten Blockchain, einem offenen, für jeden zugänglichen Transaktionsbuch, gespeichert und von anderen Teilnehmern des Netzwerks geprüft und bestätigt werden.

In der Blockchain liegt die fundamentale Neuerung begründet. Diese Datenbank kommt vollständig ohne zentrale Kontrollinstanzen aus, die in das Geschehen eingreifen könnten oder notwendig wären, um Personen und Transaktionen zu legitimieren. Bitcoin ist die erste und bislang erfolgreichste Anwendung einer Blockchain. So entsteht ein freier Finanzverkehr, der praktisch nicht regulierbar ist. Darüber hinaus wird durch harte und sehr rechenintensive Kryptografie sichergestellt, dass ein Wert nur von jemanden verschickt werden kann, der ihn auch besitzt. Die Architektur des Systems ist nicht angreifbar oder manipulierbar. Es gibt schlicht keinen einzelnen Server mit einer Sicherheitslücke, die ein Angreifer ausnutzen könnte, um sich zu bereichern. Der Bösewicht müsste es mit dem gesamten Netzwerk aufnehmen und die Mehrheit der Teilnehmer davon überzeugen, dass ab sofort seine Regeln und Eigentumsverhältnisse gelten. Je mehr Menschen in dem Netzwerk mitmachen, desto unwahrscheinlicher wird dieses eh schon sehr unwahrscheinliche Szenario.

Aus Rechenleistung wird Geld

Es entstehen täglich neue Bitcoins. Dieses Geld kommt allerdings nicht aus der Luft, sondern es wird errechnet. Mit Mining bezeichnet man die Computerarbeit, die nötig ist, um Transaktionen zu bestätigen und das System am Leben zu halten. Wer viel Rechenleistung ins System steckt, bekommt als Gegenleistung Bitcoin geschenkt. Das kann sich lohnen. Mining war in den Anfangsjahren sogar für Privatanwender am heimischen Rechner interessant. Mittlerweile steckt aber so viel Rechenleistung im Netzwerk, dass niemand mit alltäglicher Hardware eine Chance auf einen Verdienst hat. Die Arbeit erledigen mittlerweile große Rechenzentren auf der ganzen Welt und vor allem da, wo Strom und Hardware billig sind. Damit nun aber nicht beliebig viel Geld entsteht, ist die maximale Menge an möglichen Bitcoins mathematisch begrenzt. Sie kann nicht wie in traditionellen Geldsystemen politisch oder durch Fälschungen beeinflusst werden.

Obwohl das System dezentral und öffentlich ist, sind Bitcoins anonym beziehungsweise genauer gesagt: pseudonym. Transaktionen und Konten sind hinter kryptischen Bitcoin-Adressen verborgen und nicht etwa mit Klarnamen hinterlegt. Jeder kann beliebig viele Konten für unterschiedliche Zwecke haben und Transaktionen tätigen. Innerhalb des Systems kann jede einzelne Transaktion in der Blockchain nachverfolgt werden, allerdings ist eine direkte Zuordnung der Bitcoin-Adressen zu einer Person nicht möglich.

Ein grenzenloses, weltweites Währungssystem

Die Transaktionen können weltweit, innerhalb von wenigen Minuten und mit minimalen Transaktionsgebühren ausgeführt werden. Das ist ein Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Zahlungsverkehr, der insbesondere international nach wie vor sehr teuer und aufwändig ist. Bitcoin funktioniert rund um die Uhr, auch an Wochenenden oder Feiertagen und überall dort, wo es Strom und Internet gibt.

Weil keine zentrale Institution existiert, die den Bitcoin betreibt, gibt es auch keine Stelle, an der man sich im klassischen Sinne registrieren kann. Auch gibt es keinen Kundendienst. Eine versehentlich ausgeführte Transaktion kann nicht rückgängig gemacht werden, weil es niemanden gibt, der eine solche Entscheidungsgewalt besitzt. Das Geld wandert immer direkt von einem Nutzer zum anderen, und damit trägt auch jeder Nutzer die vollständige Verantwortung für seine Bitcoins.

Es gibt auch niemanden, der den Wert für einen Bitcoin vorgibt. Es gibt keine festen An- und Verkaufspreise zum Tausch in eine traditionelle Währung. Der Wert von Bitcoins ergibt sich letztendlich aus Angebot und Nachfrage auf den Börsen weltweit. Auf Handelsplätzen wie beispielsweise bitcoin.de können die Nutzer Bitcoins erwerben und auch wieder verkaufen. In manchen Städten gibt es Geldautomaten für Bitcoins, und schließlich kann man Bitcoins auch ganz einfach direkt unter vier Augen bei einem Treffen tauschen. Vorsichtig sollte man aber sein, gerade bei Angeboten die zu gut klingen um wahr zu sein. In der Bitcoin-Welt wird auch Schabernack getrieben. Etwas gesunder Menschenverstand hilft aber auch hier.

Um selbst Bitcoins zu kaufen, zu verkaufen oder zu haben, benötigt man Software, eine sogenannte Bitcoin-Wallet. Diese Wallets kosten in der Regel nichts, und es gibt sie für alle denkbaren Betriebssysteme, in allen Formen und Farben und insbesondere auch für Smartphones. Womit wir zum alltäglichen Teil der Bitcoins kommen: trotz der technischen und mathematischen Komplexität, mit der das System funktioniert, ist es als Anwender sehr einfach, mit Bitcoin zu bezahlen. Eine Transaktion ist schneller getätigt, als man ein Portemonnaie gezückt und das Wechselgeld gezählt hat. Jeder Bezahlvorgang mit einer Kreditkarte ist komplizierter.

Handel mit digitalem Geld

Aber was macht man jetzt mit Bitcoins, wenn man welche hat? Zugegeben, es sieht nicht danach aus, als würden sich Bitcoins demnächst in Deutschland als Alternativwährung durchsetzen. Dafür gibt es derzeit zu wenig Akzeptanzstellen. Das mag Gründe haben. Bitcoin ist kein anerkanntes Zahlungsmittel. Rein rechtlich haben wir es mit einem Sachwert zu tun. Das muss niemanden davon abhalten, trotzdem damit zu handeln. Tut es auch nicht. Die Wertsteigerungen im Jahr 2016 haben gezeigt, wie wirtschaftlich interessant es sein kann, Bitcoin zu haben. Das macht es aber auch schwierig für ein Bezahlsystem. Die Wertschwankungen sind zeitweise enorm, und wie im Wertpapiermarkt können neben schnellen Gewinnen auch deutliche Verluste eingehandelt werden. Wenn man nicht mit einem festen Wert kalkulieren kann, wird es unternehmerisch natürlich schwierig.

Für Menschen, die sich aber nicht auf eine stabile Währung verlassen können oder wollen, ist Bitcoin hingegen eine interessante Alternative. Und es gibt auf der Welt etliche Regionen mit starker Inflation oder künstlich abgewertetem Geld, in denen das der Fall ist. Auch schielt so mancher Anleger auf die Wertentwicklung in der Bitcoin-Welt.

Bitcoins im Frankenland

In Nürnberg und Umgebung tut man sich insgesamt etwas schwer mit dem Thema. Die großen Sprünge in Deutschland Sachen digitalem Geld und allem, was dazu gehört, finden in München, Hamburg und vor allem in Berlin statt. Auch Hannover fällt immer wieder auf. In Österreich gelten Bitcoin und Blockchain als Zukunftsthemen und sind Teil der digitalen Strategie der Bundesregierung. Mit ganz leeren Händen steht die fränkische Region aber nicht da. Wer sich für das Thema interessiert oder mit Gleichgesinnten einsteigen möchte, für den sind die folgenden Links interessant:

  • Einmal im Monat trifft sich die Bitcoin Franken Gruppe und unterhält sich am Stammtisch über Bitcoin und andere Kryptowährungen. Wer sich in geselliger Runde austauschen möchte, ist hier genau richtig.
  • Die Seite bitcoin-treff.de führt Leute zusammen, die sich für das Thema interessieren, auch in Nürnberg und Umgebung.
  • Bei bier-kaufen.de aus Schwandorf in der Oberpfalz kann man Bier kaufen und mit Bitcoin bezahlen.

Kleines Fazit

Mit Bitcoin und insbesondere der Blockchain wurde eine faszinierende und bahnbrechende Technologie geschaffen. Sie ist offen und jedem mit etwas Know-How zugänglich, und ermöglicht einen freien und unregulierten Geldhandel. Auf der ganzen Welt beschäftigen sich seit einigen Jahren viele, auch sehr große und einflussreiche Akteure, mit der Technologie und erforschen die Möglichkeiten, die sich zukünftig bieten könnten; aber auch mit den Gefahren und Unwägbarkeiten, die sich auftun. Es herrscht im wahrsten Sinne des Wortes Goldgräberstimmung.

Über den Autor: Dirk Murschall

Dirk Murschall

Online Communication Manager | Freelancer

Senior Expert für Online-Kommunikation, eBusiness und digitale Unternehmenskommunikation. Nürnberg, Hamburg, Deutschland.

Website: dirkmurschall.de

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Dieser Artikel ist Teil der Serie zum Thema "Digitale Transformation". Weitere Artikel der Serie gibt es hier:  

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